Kaiser von Österreich: Wohltäter und Schutzpatron der Juden

Fast 70 Jahre lang regierte Franz Joseph I. als Kaiser von Österreich. In dieser Zeit setzte er sich wie kein anderer Monarch für die Religionsfreiheit ein und trat entschlossen gegen Antisemitismus auf. Antisemitismus, also die Feindseligkeit, Vorurteile oder Diskriminierung gegenüber Juden, war in dieser Epoche weit verbreitet und eine ernsthafte gesellschaftliche Krankheit. Besonders die jüdische Bevölkerung schätzte Franz Joseph für sein Engagement. Unter seiner Regentschaft erlebte sie einen beispiellosen Aufstieg.

In einem Brief an seine Frau, Kaiserin Sissi, schrieb Kaiser Franz Joseph im Jahr 1895:

„Der Antisemitismus ist eine bis in die höchsten Kreise ungemein verbreitete Krankheit, die Auswüchse sind entsetzlich.“

Die Juden in den Kronländern erkannten und würdigten es, dass der Kaiser ihre Not erkannte und das Ausmaß des Hasses sah, dem sie ausgesetzt waren. Zum Dank bekundeten sie ihm ihre Loyalität. Im Gegenzug versprach Franz Joseph den Juden den Schutz des Hauses Habsburg. Viele Juden sahen in Franz Joseph ihren Schutzengel, ja sogar ihren Schutzheiligen.

Prediger Adolf Jellinek äußerte sich 1885 im Leopoldstädter Tempel in Wien voller Begeisterung:

„Kein Fürst aus dem glorreichen Hause Habsburg hat sich unseren Brüdern in Österreich so huldvoll bewährt wie unser geliebter Monarch. Welche Fortschritte hat die Freiheit unserer Glaubensbrüder unter dem ruhmvollen Szepter unseres erhabenen Monarchen gemacht!
Auf das erlösende Wort unseres erhabenen Regenten fielen die Fesseln, welche die Juden in Österreich drückten, lösten sich die Bande, die ihre Kräfte gefangen hielten.“
Prediger Adolf Jellinek
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Franz Josephs entschlossener Kampf gegen den Antisemitismus und seine unermüdliche Unterstützung für die jüdische Gemeinschaft machten ihn zu einer herausragenden Figur der Geschichte, die bis heute in Ehren gehalten wird.